Blogziele & Strategie

Ziel des Weltgeldtag Blogs: Einige hunderttausend Euro zusätzlich sparen, klingt unglaublich viel, wird jedoch schnell erreichbar, wenn mit Finanzwissen und ein wenig Handwerkszeug einige Jahrzehnte nur wenige Prozentpunkte mehr Rendite für die eigene Geldanlagen erreicht werden.

Braucht es einen Weltgeldtag? Ja den braucht es – und zwar dringend.

Dabei geht bei es Weltgeldtag.de nicht darum, wie der Name vielleicht vermuten lässt, an diesem imaginären Tag nur über die Maximierung von Gewinnen und neue Investmentideen nachzudenken. Schließlich ist Reichtum ist nur die Differenz zwischen den einem zur Verfügung stehenden Mitteln und den eigenen Ansprüchen.

Es geht vielmehr darum, für sich selbst die Bedeutung von Geld und den Umgang damit auszuloten, Anlageziele zu definieren und herauszufinden, welche Investmentmöglichkeiten für die eigenen Ziele geeignet sind und welche eben nicht.

Dafür braucht es etwas Wissen und dieses Wissen und das nötige Handwerkszeug soll dieser Blog liefern.

Das klingt trivial, ist es aber nicht. Die letzten Jahre waren geprägt von Verwerfungen an den Finanzmärkten, Infinus-Skandal, horrende Verluste mit Genussrechten sowie geschlossenen Immobilien- und Schiffsfonds und mit den ersten Pleiten bei Mittelstandanleihen zieht vielleicht schon das nächste größere Unwetter auf – gleichzeitig war das Vertrauen in Banken nie geringer als in diesen Tagen, teils berechtigt, teils auch nicht. Anstatt das Problem bei der Wurzel zu packen, wurde politisch leider die Strategie der Symptombehandlung bevorzugt. Dabei ist die eine bedeutende Ursache recht einfach, aber dadurch nicht einfacher zu lösen:

Wir haben in Deutschland ein erhebliches Finanzbildungsproblem.

Dafür wird jetzt unter anderem in der Bank seines Vertrauens mit jeder Beratung ein mehrseitiges Beratungsprotokoll unterschrieben. Spitze, denn was da unterschrieben wird wurde vor der Finanzkrise vielfach nicht verstanden und ist mit der in den letzten Jahren zunehmenden Komplexität der Dokumente heute selbst für den gut ausgebildeten Mitteleuropäer erst recht nicht mehr nachvollziehbar. Wir sind hier also keinen Schritt weiter. Das Gegenteil scheint der Fall.

Die Banken haben aus Angst vor weiteren unzähligen Schadenersatzprozessen wegen vermeintlich falscher Beratung nur noch standardisierte Produkte und bieten damit den gleichen Wein (oder eher Fusel) in unterschiedlichen Schläuchen an. Irgendwelche Anleihen-/Zertifikate-/Dachfondskonstrukte mit tollen Namen wie Fondskonzept oder Finanzkonzept, allesamt mit einer derart hohen Gebührenstruktur, dass sich nur mir sehr viel Glück beim Ein- und Ausstiegszeitpunkt eine brauchbare Rendite erwirtschaften lässt. Den Namen „Beratung“ verdienst so etwas ganz sicher nicht. Das ist allerdings nicht nur Schuld der Banken, das enge Symptombehandlunskorsett aus neuen Gesetzen lässt ihnen fast keine andere Wahl.

Selbst Akademiker, die eine vollständige Schullaufbahn samt anschließendem Studium durchlaufen haben, verfügen oft nur über sehr rudimentäres Wissen bei Geld und Finanzthemen.

Woher kommt Geld eigentlich und was bedeutende Zinsen und deren Höhe für das Finanzsystem. Welche Anlagen passen zu mir? Warum steigen mit prognostizierten Renditen immer auch die Risiken. Wie funktioniert eigentlich eine Versicherung und welche Details sind bei der Auswahl wirklich wichtig? Welche Derivate gibt es und sind sie wirklich so böse wie ihr Ruf? Wie funktioniert die Geldschöpfung der Banken und Kredite? Welche Risiken und Chancen haben die unterschiedlichen Anlagenklassen (Rohstoffe, Edelmetalle, Aktien, Anleihen, Peer-to-Peer Anlagen, Lebensversicherungen, Bausparverträge, offene und geschlossene Fonds, Immobilien, Derivate). Warum hat die persönlich Steuersituation so hohen Einfluss auf den Erfolg der Geldanlage?

Für die wesentlichen Grundlagen würde wahrscheinlich ein einziges Halbjahr Schulunterricht in der 9. oder 10. Klasse reichen. Warum ein Fach „Finanzwissen“ bis heute nicht den Weg in deutsche Schulen gefunden hat? Ich weiß es nicht.

Offensichtlich ist allerdings, dass fehlendes Finanzwissen in der Regel hunderttausende Euro in einem gewöhnlichen Arbeitsleben kostet. Warum sich also nicht einen Tag im Jahr Zeit nehmen, um sich mit Geld auseinanderzusetzen – zum Beispiel an einem Weltgeldtag.

Für wen ist dieser Blog besonders geeignet?

Zielgruppe dieses Blogs ist die Phase von Beginn der Erwerbstätigkeit im Alter von 20 bis 30 Jahren Jahren bis in das hohe Rentenalter – so lange man sein Geld eben selbst eben selbst verwalten kann und möchte. Geld ist in unserem Leben allgegenwärtig – in den unterschiedlichen Lebensphasen gibt es allerdings unterschiedliche Schwerpunkte.

Welche Schwerpunkte setzt dieser Blog?

Schwerpunkt sind ganz klar Aktien. Das geschieht nicht unbedingt nur aus der eigenen Vorliebe heraus. Aktien habe diverse Vorteile gegenüber den meisten anderen Anlagemöglichkeiten:

Die 10 wichtigsten Vorteile von Aktien sind für mich:

  1. Aktien sind langfristig erwiesenermaßen die renditestärkste Anlage
  2. die Rentabilität von börsengelisteten Großkonzernen ist historisch meist höher als die Rendite bei festverzinslichen Anlagen – diese Rentabilität fließt über Dividenden und Kurssteigerungen früher oder später an den Anleger
  3. Chancen auf erhebliche Kursgewinne
  4. zu Zeiten von Direktbanken sehr niedrigen Gebühren bei direkter Anlage in Aktien (in der Vergangenheit waren Gebühren bei Kleinanlegern einer der größten Renditekiller)
  5. fördert unternehmerisches Denken und handeln
  6. nirgendwo sonst kann das eigene Kaufverhalten besser in bare Münze umgesetzt werden (als Konsument und Privatanleger ist man durch das eigenen Einkaufverhalten Analysten und professionellen Anlegern gerne mal Monate voraus)
  7. Heerscharen von Profis kümmern sich tagtäglich um sorgsamen Umgang Ihrer Anlage – kostenlos (ein Aufsichtsrat spornt das Management zu Höchstleistungen an, Wirtschaftsprüfer durchleuchten die Bücher, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht prüft und kontrolliert, Großanleger nutzen Hauptversammlungen für direkten Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen und zur Steigerung der Leistungsfähigkeit des Unternehmens etc. etc.)
  8. höchstmögliche Liquidität einer Anlageform
  9. überdurchschnittlich inflations- und krisenresistent
  10. ein faires Instrument zur Beteiligung von Mitarbeitern an ihrem eigenen Erfolg – also den Menschen, die maßgeblich verantwortlich für die Erwirtschaftung der Gewinne sind

Das heißt weder, dass Aktien für jeden Anleger die richtige Geldanlage sind, noch das eine Anlage ausschließlich in Aktien ratsam ist. Ich werde immer wieder verschiedene Anlageformen und -trends durchleuchten und Vor- und Nachteile mit der Aktienanlage abwägen. Demnach bekommt hier auch jeder Aktienskeptiker viele fundierte Informationen zu alternativen Anlagen und zur Verbesserung seines Anlageverhaltens.

Letztendlich sind auch auch Aktien kein Selbstläufer. Gebührenstruktur, mediale Trends, individuelle Vorlieben und Risikoneigung und letztendlich eine gehörige Portion Psychologie sorgen immer wieder dafür zu den falschen Zeitpunkten ein- und auszusteigen. Die größten Fallstricke sollen in diesem Blog immer wieder erörtert werden, um einfach schneller bessere Ergebnisse zu erzielen.

Am Ende kommt hinzu, dass es wirklich Spaß machen kann, sein Geld nach den eigenen Kriterien anzulegen – auch weil sich nach und nach ein Gefühl der Beherrschbarkeit durch ein immer besser werdendes Finanzwissen einstellt.

In diesem Sinne:

Viel Freude beim Lernen, Investieren und Gestalten der Finanzen!

Sönke Burkert im Januar 2015